BERECHNE DIE RATION FÜR DEIN PFERD; AUCH MIT EIGENER RAUHFUTTERANALYSE

[Möchtest du den Rationsrechner nutzen? Erstelle beim Bezahlen deiner Bestellung ein Konto, dann wird dieser automatisch und kostenlos deinem Konto hinzugefügt.

Beste Nährstoffe für Aufbaupferde richtig füttern

Beste Nährstoffe für Aufbaupferde richtig füttern

Ein Pferd, bei dem die Rippen trotz großzügiger Kraftfuttermenge sichtbar bleiben, braucht selten einfach nur mehr Energie. Häufig liegt die Herausforderung darin, Energie, hochwertiges Protein, Mikronährstoffe und eine stabile Verdauung sinnvoll zusammenzubringen. Die besten Nährstoffe für Aufbaupferde wirken nicht als schnelle Kalorienlösung, sondern als Teil einer Ration, die zum Pferd, seinem Raufutter und seinem Alltag passt.

Ein Aufbaupferd kann viele Gesichter haben: das ältere Pferd, das an Substanz verloren hat, das Sportpferd nach einer Belastungspause, der schwerfuttrige Typ oder das Pferd nach Krankheit, Stress oder Zahnproblemen. Der Weg zu mehr Körpermasse darf jedoch nicht zulasten von Darmgesundheit, Stoffwechsel oder Wohlbefinden gehen. Das Neue Füttern beginnt deshalb nicht beim Messlöffel, sondern bei einer ehrlichen Bestandsaufnahme.

Was ein Aufbaupferd wirklich braucht

Gewicht aufzubauen bedeutet, Gewebe aufzubauen. Dafür benötigt der Körper ausreichend Energie - aber ebenso Aminosäuren als Bausteine für Muskulatur, Mineralstoffe für zahlreiche Stoffwechselvorgänge sowie Vitamine und Spurenelemente als unterstützende Faktoren. Fehlt nur einer dieser Bereiche dauerhaft, kann eine hohe Kalorienzufuhr trotzdem wenig sichtbaren Erfolg bringen.

Entscheidend ist außerdem, warum das Pferd abgenommen hat oder nicht zunimmt. Reicht die Raufuttermenge? Kann es sein Heu gut kauen und verwerten? Gibt es Stress in der Herde, hohe Arbeitsbelastung, Schmerzen oder einen erhöhten Bedarf? Bei auffälligem Gewichtsverlust, wiederkehrendem Durchfall, Kolikneigung, anhaltendem Husten oder Verdacht auf Magengeschwüre gehört immer eine tierärztliche Abklärung an den Anfang. Fütterung kann viel unterstützen, ersetzt aber keine Diagnose.

Raufutter ist die Basis jeder Aufbauration

Ein Pferd ist darauf ausgelegt, über viele Stunden strukturreiches Futter aufzunehmen. Gutes Heu liefert nicht nur Energie, sondern beschäftigt, unterstützt die Speichelbildung und schafft die Grundlage für eine gesunde Dickdarmflora. Gerade bei Aufbaupferden sollte Raufutter daher nicht als Beilage zum Kraftfutter betrachtet werden.

Als Orientierung gilt: Die tägliche Raufuttermenge sollte mindestens etwa 1,5 bis 2 Kilogramm Trockensubstanz je 100 Kilogramm Körpergewicht betragen. Bei einem 600-Kilogramm-Pferd entspricht das grob 9 bis 12 Kilogramm Heu-Trockensubstanz. Wie viel Heu tatsächlich angeboten werden muss, hängt vom Trockensubstanzgehalt ab. Eine Heuanalyse schafft Klarheit über Energie, Protein, Zucker und Mineralstoffgehalte und ist besonders bei schwerfuttrigen Pferden eine wertvolle Grundlage.

Beste Nährstoffe für Aufbaupferde: Energie mit Augenmaß

Für eine positive Energiebilanz braucht das Pferd mehr Energie, als es täglich verbraucht. Die Quelle entscheidet jedoch mit darüber, wie verträglich die Ration ist. Große Mengen stärkereicher Getreidefutter können den Dünndarm und Dickdarm belasten, vor allem wenn sie in wenigen großen Mahlzeiten gefüttert werden. Unruhiges Verhalten, Kotveränderungen oder Schwierigkeiten beim Muskelaufbau sind keine Signale, die man einfach hinnehmen sollte.

Gut verwertbare Faserquellen und kontrolliert eingesetztes Fett können die Energiedichte erhöhen, ohne die Ration unnötig stärkereich zu machen. Rübenschnitzel ohne Melasse, Heucobs oder eingeweichte Grünmehlprodukte bringen je nach Produkt Struktur und Energie. Sie müssen stets fachgerecht eingeweicht und langsam angefüttert werden. Öl liefert konzentrierte Energie, sollte aber schrittweise eingeführt werden. Dabei braucht der Körper ausreichend Vitamin E, weil der Bedarf bei fettreicheren Rationen steigen kann.

Nicht jedes dünne Pferd verträgt dieselbe Strategie. Ein Pferd mit sehr empfindlicher Verdauung profitiert oft von kleinen Anpassungen, viel Raufutter und geduldigem Aufbau. Ein Pferd mit hohem Trainingsumfang kann zusätzlich mehr Energie benötigen. Mehr ist dabei nicht automatisch besser: Zu schnelle Gewichtszunahme belastet den Organismus und führt nicht zwangsläufig zu funktioneller Muskulatur.

Proteinqualität: Aminosäuren statt bloßer Rohproteinwerte

Muskeln wachsen nicht durch Energie allein. Sie brauchen Protein - genauer gesagt essenzielle Aminosäuren, die das Pferd nicht selbst herstellen kann. Besonders Lysin spielt für den Muskelaufbau eine zentrale Rolle. Auch Methionin und Threonin sind bedeutsam. Entscheidend ist somit nicht nur, wie hoch der Rohproteingehalt auf dem Sack angegeben ist, sondern wie gut die Aminosäuren zur verfügbaren Energie und zum Bedarf des Pferdes passen.

Hochwertige pflanzliche Proteinquellen können eine Ration gezielt ergänzen. Sie sind vor allem dann sinnvoll, wenn das Grundfutter wenig Protein liefert, ein junges Pferd wächst, ein Pferd nach Substanzverlust wieder aufgebaut werden soll oder ein Sportpferd anspruchsvoll trainiert wird. Eine Überversorgung mit Protein ist allerdings keine Abkürzung. Überschüsse werden nicht einfach zu mehr Muskulatur, sondern müssen verarbeitet und ausgeschieden werden. Deshalb sollte die Ergänzung bedarfsgerecht erfolgen.

Mineralstoffe und Vitamine: Kleine Mengen, große Aufgabe

Viele Aufbaurationen werden energiereicher, aber nicht automatisch ausgewogener. Genau hier entstehen häufig Lücken. Heu enthält zwar Mineralstoffe, doch die Gehalte schwanken erheblich nach Standort, Schnittzeitpunkt und Lagerung. Ohne Analyse bleibt insbesondere die Versorgung mit Spurenelementen eine Schätzung.

Calcium und Phosphor arbeiten im Zusammenspiel und sind für Knochen, Muskulatur und Energiehaushalt relevant. Zink, Kupfer und Mangan übernehmen Funktionen in Haut, Hufen, Bindegewebe und Enzymsystemen. Selen und Vitamin E tragen zum Schutz der Muskelzellen vor oxidativem Stress bei. Bei Pferden mit Muskelproblemen, Steifheit oder einer Vorgeschichte mit Kreuzverschlag sollte die Ration tierärztlich und fachlich besonders sorgfältig geprüft werden.

Ein passender Mineral-Balancer kann helfen, Grundfutterlücken zu schließen, ohne die Energieaufnahme weiter zu erhöhen. Das ist gerade dann sinnvoll, wenn Heu und eingeweichte Raufutterprodukte die Basis bilden. Wichtig: Mineralfutter nicht nach dem Prinzip „viel hilft viel“ dosieren. Spurenelemente können bei langfristiger Überversorgung ebenfalls problematisch sein.

Wasser, Salz und Elektrolyte nicht übersehen

Ein Pferd kann nur dann gut fressen, verdauen und Muskulatur versorgen, wenn es ausreichend trinkt. Frisches Wasser muss jederzeit verfügbar sein. Salz gehört für die meisten Pferde zur Grundversorgung, denn Natrium ist im üblichen Grundfutter oft knapp. Ein Salzleckstein kann eine Ergänzung sein, ersetzt bei definiertem Bedarf jedoch nicht immer eine kontrollierte Salzzufuhr über die Ration.

Elektrolyte sind vor allem bei deutlich erhöhter Schweißabgabe sinnvoll. Sie sind kein allgemeines Aufbaumittel, sondern dienen dazu, Verluste durch Schweiß gezielt auszugleichen. Wer Elektrolyte füttert, sollte besonders auf eine verlässliche Wasseraufnahme achten.

Die Verdauung entscheidet über den Aufbau

Nährstoffe helfen nur, wenn das Pferd sie aufnimmt und verwertet. Der Dickdarm mit seiner mikrobiellen Gemeinschaft spielt dabei eine zentrale Rolle: Hier werden strukturreiche Fasern fermentiert und in nutzbare Energie umgewandelt. Futterwechsel, zu große Kraftfutterportionen, unregelmäßige Fresspausen oder hygienisch mangelhaftes Futter können dieses sensible System aus dem Gleichgewicht bringen.

Für Aufbaupferde gilt deshalb: Änderungen langsam umsetzen, neue Futtermittel über mindestens eine bis zwei Wochen einschleichen und die Tagesration auf mehrere kleine Mahlzeiten verteilen. Heu sollte möglichst lange verfügbar sein. Bei Pferden mit eingeschränkter Kaufähigkeit können eingeweichte Raufutterprodukte eine wertvolle Ergänzung sein - nach Kontrolle der Zähne und in Abstimmung mit Tierarzt oder Fütterungsfachkraft.

Auch die Futterhygiene verdient Aufmerksamkeit. Muffiges Heu, staubiges Futter oder feuchte Reste im Trog gehören nicht in eine Aufbauration. Wer sein Pferd regelmäßig wiegt oder mit Gewichtsbändern misst, den Body Condition Score dokumentiert und Fotos unter gleichen Bedingungen macht, erkennt Fortschritte deutlich zuverlässiger als mit dem täglichen Blick über die Stallgasse.

Ein praktischer Weg zur passenden Ration

Der erste Schritt ist immer die Ausgangslage: Körpergewicht, Körperzustand, Trainingsumfang, Alter, Zahnstatus, Entwurmungsmanagement und die Qualität des Grundfutters. Anschließend wird das Raufutter abgesichert und erst dann die Energie schrittweise angehoben. Parallel sollte die Proteinqualität überprüft und die Versorgung mit Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitamin E passend zur Gesamtration berechnet werden.

Bei komplexen Ausgangslagen kann eine individuelle Rationsprüfung viel unnötiges Ausprobieren vermeiden. Equilin folgt dabei einer einfachen Überzeugung: Eine gute Ergänzung füllt gezielt die Lücke, die das Grundfutter offenlässt. Sie soll nicht eine unausgewogene Basis überdecken.

Geben Sie dem Körper Zeit. Sichtbar mehr Substanz entsteht meist über Wochen und Monate, nicht über wenige Fütterungstage. Wenn Raufutter, verträgliche Energie, hochwertige Aminosäuren und eine präzise Mikronährstoffversorgung zusammenpassen, kann Ihr Pferd Schritt für Schritt wieder die Kraft entwickeln, die zu seinem Leben passt.

Zurück zum Blog